INCENDO - Wulfried O. Hengstenberg (Trailer)
Dokumentarfilm (work in progress) 2010/2011
Der Dokumentarfilmer Benjamin Ochse begleitet den 74-jährigen Maler und Bildhauer über ein Jahr lang mit der Kamera. Dreh- und Angelpunkt ist Wulfried O. Hengstenbergs alte Schmiedewerkstatt und Atelier hinter dem S-Bahnhof Berlin-Schöneberg: ein in mehr als
35 Jahren gewachsenes wundersames kleines Universum voller Kunstwerke – Skulpturen, Stelen, Bilder, Unmengen an Material und Werkzeugen – und voller Pläne noch zu schaffender Kunstwerke. Dramaturgisches Rückgrat und Zeitachse des Films ist die monatelange Arbeit des Künstlers an einem mehrere Meter großen metallenen Relief in sieben Tafeln. Einen Käufer gibt es bisher nicht. Gibt es auch keine Zukunft für sein Werkstatt-Refugium –. Noch bestimmen dort die Schläge des Schmiedehammers und vorbeirauschende Züge den Rhythmus.
Ergebnis dieser ca. 52-minütigen HD-Videodokumentation voller ausdrucksstarker Bilder ist das Porträt eines Künstlers und Zeitzeugens des Jahrhunders, eines außergewöhnlichen Vertreters einer vom Aussterben bedrohten Handwerkszunft.
Wulfried O. Hengstenberg wurde am 4. August 1936 als ältester Sohn eines Kaufmanns für Hochöfen und einer Krankenschwester in Freiburg im Breisgau geboren, unmittelbar nach der abenteuerlichen Flucht der Eltern während des Spanischen Bürgerkriegs aus Barcelona mit eines der letzten Schiffe, wo sich die beiden Auswanderer Anfang der 1930er Jahre kennen gelernt hatten. Wulfried wuchs mit drei jüngeren Geschwistern in München auf, wo er von 1953 bis 1955 eine Glasmalerlehre in der Mayerschen Hofkunstanstalt absolvierte. In dieser Zeit wurden dort die im Krieg ausgelagerten Kirchenfenster des Münchener Doms restauriert und Wulfried knüpfte erste Kontakte zu Lehrern der Münchener Akademie der Bildenden Künste, die an den Arbeiten beteiligt waren. 1956 begann Hengstenberg sein Studium an der Münchener Akademie der Bildenden Künste bei Prof. Kaspar und wurde 1959 sein Meisterschüler. Parallel zum Kunststudium hörte er Vorlesungen in Kunst-geschichte bei Hans Sedlmayr und in Philosophie bei Romano Gardini und José Ortega y Gasset. 1963 erhielt Wulfried O. Hengstenberg den Jahresförderpreis für Malerei der Bayerischen Akademie der Künste mit großer Ausstellung und studierte anschließend bis 1966 an der Hochschule der bildenden Künste in Berlin bei Hann Trier und Herrmann Bachmann. Seither arbeitete er als Freier Maler, Kunstschmied und Bildhauer in Berlin und in seiner alten Mühle bei Caravonica in der Nähe von Imperia in Norditalien.
Regie: Benjamin Ochse
Länge: ca. 52' | 80'
Media: HD; 16:9; Farbe
Sprache: Deutsch
Fertigstellung: 2012
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